Vorstand will Jüngere für Netzwerkarbeit gewinnen – Fortbildung zu „Kinder mit Psoriasis“

Im Bild: Der neu gewählte Vorstand des Psoriasisnetzes Berlin und Brandenburg.

Im Bild der neu gewählte Vorstand des Psoriasisnetzes Berlin und Brandenburg. Dr. Thomas Stavermann (3. von links) bleibt Vorsitzender, Dr. Sandra Philipp stellvertretende Vorsitzende (2. von rechts). Dr. Margrit Simon Schatzmeisterin. (3. von rechts) Prof. Wiebke Ludwig-Peitsch (links), die neue Leiterin der Abteilung für Dermatologie am Vivantes-Klinikum in Friedrichshain tritt auch im Psoriasisnetz die Nachfolge von Dr. Barbara Hermes (4. von links) an. Für Dr. Markus Friedrich, Marlow (rechts), rückt Dr. Beate Radke, Potsdam, als Brandenburger Dermatologin nach.

 

 

 

BERLIN (blu) – „Es ist uns bislang noch nicht gelungen, die Versorgungssituation der Psoriasiskranken in der Region nachhaltig zu verbessern“ zieht Dr. Thomas Stavermann eine kritische Bilanz seiner vorherigen Amtszeit. Der alte und neue Vorsitzende des Psoriasisnetzes Berlin und Brandenburg unterstrich bei der Mitgliederversammlung des Psoriasisnetzes Berlin und Brandenburg: Die Krankenkassen seien bislang nicht bereit, spezielle Versorgungsverträge abzuschließen.

Daran will der neue Vorstand weiter arbeiten. Darüber hinaus aber ist es Stavermann ein Anliegen, jüngere Kolleginnen und Kollegen an das Netz und den „Versorgungspfad Psoriasis“ heranzuführen. Ausserdem wird die bewährte quartalsweise Fortbildung im Psoriasisnetz  auch 2017 fortgesetzt.

Wo sind all die Kinder und Jugendlichen mit  Schuppenflechte in Behandlung?

Im Brennpunkt der folgenden Fortbildung standen Schwierigkeiten, Kinder mit Schuppenflechte medizinisch sachgerecht zu versorgen. In Deutschland wird mit rund 5600 Neuerkrankungen von Kindern und Heranwachsenden jährlich gerechnet, davon allein mindestens 300 in Berlin. Das berichtetet Dr. Sandra Philip, die am Psoriasiszentrum der Charité Hautklinik tätig ist. Auf die Frage aus dem Auditorium „Wo sind all diese Fälle“? konnte sie allerdings keine abschließende Antwort geben.Die von ihr vorgestellten wissenschaftlichen Studien geben allerdings Hinweise.

Kollegialer Austausch im Psoriasisnetz

Schon die Diagnose wird offenbar – so eine Schweizer Untersuchung – oft nicht korrekt gestellt.Viele Kinder gelangen daher erst gar nicht bis zum Dermatologen. Bei Allgemeinmedizinern werden sie in vielen Fällen allein mit Kortison behandelt. Hinzu kommt: Es gibt nur wenige valide Studien zum Einsatz von Medikamenten bei Kindern und Jugendlichen mit Schuppenflechte.

Zur Vorstandsneuwahl mit anschließender Fortbildung war das abendliche Treffen des Psoriasisnetzes im Spreekarree gut besucht.

Zur Vorstandsneuwahl mit anschließender Fortbildung war das abendliche Treffen des Psoriasisnetzes im Spreekarree gut besucht.

Viele bei Erwachsenen erprobte Arzneimittel sind für Kinder mangels Zulassung nicht verordnungsfähig, wie Philip weiter darstellte. Anders eine Reihe von neuen Biologika, die tief in die körpereigenen Abwehr- und Entzündungsmechanismen eingreifen. So kann Adalimumab ab dem vierten Lebensjahr, Etaneracept ab dem 6. Lebensjahr und Ustekinumab ab dem 12. Lebensjahr eingesetzt werden.Wie die fachliche Debatte mit den Kollegen zeigte, sind Dermatologen jedoch in vielen Fällen vorsichtig, in frühen Jahren bereits eine Entscheidung für eine Langzeittherapie zu treffen, wenn die Patienten auf die Vortherapie unzureichend angesprochen oder sie nicht vertragen haben.