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18. bis 20. September: Dermapraxis 2020 live und mit Sicherheitsabstand

BERLIN – Wenn bekannte Rockbands wie „Die Ärzte“ oder „Gentleman“ in der Columbiahalle ein Konzert geben, ist die 3.500 Besucher fassende Konzerthalle neben dem ehemaligen Flughafen Tempelhof regelmäßig ausverkauft. Vom 18. bis 20. September wird sie Schauplatz der dermapraxis berlin 2020.

„Endlich wieder eine Fortbildung in Realpräsenz“, wird so mancher denken. Die Therapie entzündlicher Hauterkrankungen, vor allem aber der Psoriasis, nimmt eine zentrale Rolle im Programm ein. Psoriasis-Fachleute aus Berlin und den angrenzenden Bundesländern geben sich ein Stelldichein.

Schon am Freitag zum Auftakt thematisiert PD Sascha Gerdes ein Spannungsfeld in der Biologika-Therapie bei Psoriasis: „Studie trifft Routine-Realität“. PD Dr. Sascha Gerdes ist Leiter der klinischen Studien des Psoriasis-Zentrums am Universitätsklinikum Campus Kiel.

Psoriasis immer wieder im Fokus

„Neue Ansätze der IL17-Blockade in der Psoriasis-Therapie“, stehen auch am folgenden Morgen gleich zu Beginn wieder im Fokus. „Evolution oder Revolution?“ lautet die Leitfrage, der sich der Vizepräsident des PsoNet BB, Dr. Georgios Kokolakis, von der Universitäts-Hautklinik Charité widmen wird.

Und auch am Sonntag startet die Dermapraxis wieder mit Psoriasis-Vorträgen in den Tag: Mit Prof. Dr. Diamant Thaci vom „Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin“ am Campus Lübeck der Universitätskliniken Schleswig-Holstein zur „Psoriasis-Therapie in der Zeit der Präzisionsmedizin“, gefolgt von PD Dr. Sylke Gellrich zur „Therapie der kindlichen Plaque Psoriasis“. Sie ist niedergelassen in privatärztlicher Praxis in Berlin-Hoppegarten. Beide stellen vor allem die praktischen Aspekte der Therapie in ihren Vorträgen in den Vordergrund, ähnlich wie Prof. Dr. Bernd Bonnekoh von der Universitätshautklinik Magdeburg mit seinem Beitrag zur „Kollision von Atopie und Psoriasis“ – einer nach seiner Darstellung gar nicht einmal seltenen Herausforderung für Diagnostik und Therapie. Ein weiteres sensibles Thema – die Therapie speziell von Hautkrebsrisiko-Patienten mit Psoriasis bzw. Neuroderitis – spricht Sonntagnachmittag Dr. Georgios Kokolakis in der abschließenden Vortragssession an.

Viermal so viel Raum für halb soviel Teilnehmer

Um Sicherheit geht es auch dem Veranstalter: „Wir haben alles unternommen, den Bedingungen des Infektionsschutzes gerecht zu werden, um auch in diesem Jahr eine Präsenzveranstaltung zu ermöglichen“, erläutert Albert Dommer von der Agentur Med-up. Daher zieht die dreitägige medizinische Fortbildung für Ärztinnen, Ärzte und ihre medizinischen Mitarbeiter um: vom „Umweltforum“ in den Rockpalast am Rande von Kreuzberg, der nach dem 2. Weltkrieg bis 1994 von den in Berlin stationierten US-Soldaten als Sporthalle genutzt wurde. Im Umweltforum kamen in der den vergangenen Jahren regelmäßig rund 400 Hautärztinnen und Hautärzte aus Berlin, Brandenburg und den umgebenden Bundesländern zusammen. Jetzt ist die Teilnehmerzahl auf 200 begrenzt.

Infektionsschutz wird groß geschrieben

Hinter Dommer liegen nervenaufreibende Woche, doch jetzt steht das Hygienekonzept. Die Erfassung der Teilnehmerdaten stellt noch das geringste Problem dar, sie gehört seit eh und je zu den Routinen einer solchen Veranstaltung. Eine Atemschutzmaske auf allen Laufwegen durch die Halle ist ein Muß, Abstand halten und Vermeiden von Menschenansammlungen ebenso.

Besondere Schutzmaßnahmen gibt es für die Vortragenden und die Industrieaussteller: So werden die Referenten 2020 erstmals „kontaktlos“ vor ihr Publikum treten, für sie gibt es einen gesonderten Zugang zur Halle. Backstage – über den Künstlereingang der Columbiahalle. Dommer hofft mit dieser Regelung auch die Bedenken mancher Dienstherren – sprich Klinikleitungen – zerstreuen zu können, die präventiv ihren Ärztinnen und Ärzten in Pandemiezeiten die Teilnahme an medizinischen Fortbildungen untersagt haben und Ausnahmen nur in besonderen Fällen genehmigen. Auch die Industrieausstellung findet mit geregeltem Publikumsverkehr unter Einhaltung der Abstandsbestimmungen statt.

Keine Abstriche mussten die Veranstalter bei den Inhalten ihres neuen Programms machen. Akne, berufsbedingte Hauterkrankungen, Psoriasis, Hautkrebs, Auflichtmikroskopie, Narbenbehandlung, Neurodermitis, Teledermatologie, Praxismanagement und vieles mehr stehen auf der Agenda.

Jede Anmeldung zählt

Einmal mehr stellt diese inzwischen 18. Jahrestagung der Berliner Dermatologen in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen ein Update der zentralen Versorgungsschwerpunkte einer modernen, leitliniengerechten medizinischen Versorgung und wichtiger Wunschleistungen von Besuchern von Hautarztpraxen dar. Das dreitägige Programm bietet mehr als 30 Plenarvorträge zu fast allen Teilgebieten der Dermatologie, sechs Workshops für Ärzte und 10 Kurse für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Hautarztpraxen: vom Notfall- und Laserkurs bis zum Impfen und der begleitenden Pflege bei Hauterkrankungen. Insgesamt sind 22 CME-Fortbildungs-Punkte bei der Landesärztekammer Berlin beantragt.

Tagungspräsident Dr. Thomas Stavermann appelliert an seine dermatologischen Kolleginnen und Kollegen: „Lassen Sie uns im Rahmen des Möglichen trotz Corona unseren seit vielen Jahren gepflegten Austausch fortsetzen. Wir planen jeden Tag neu die Umsetzung der dermapraxis unter unklaren Prognosen, deswegen brauchen wir dieses Jahr besonders Ihre Unterstützung.“ Dabei geht es auch um die aktuelle Lage. „Die Telemedizin rückt mehr denn je in den Fokus“, so Stavermann. „Blicken Sie mit uns ohne Scheuklappen in die aktuelle Realität und die Zukunft.“ Seine besondere Einladung gilt dem dermatologischen Nachwuchs, der angesichts der absehbaren strukturellen Änderungen in der medizinischen Versorgung vor neuen Herausforderungen steht.

Und: „Wer sich anmeldet, sollte auch tatsächlich kommen,“ hofft Dommer mit Blick auf die drastisch eingeschränkte Teilnehmerzahl.

Anmeldung und weitere Informationen:
Med-up GbR
Albert Dommer
Goltzstraße 39, 10781 Berlin
Telefon 030 20 23 88 320
http://dermapraxis-berlin.de/anmeldung/aerzte