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Europa: An Leitlinien orientierte Versorgung längst noch nicht selbstverständlich

HAMBURG (blu) – Die Psoriasis zählt überall in Europa zu den häufigsten entzündlichen Haut­erkrankungen. Rund zwei bis vier Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede von Land zu Land in der Versorgung. Das ergab eine Expertenbefragung des Kompetenzzentrums für Versorgungsforschung in der Dermatologie (CVderm), an der sich 42 Fachleute aus 33 europäischen Ländern beteiligten.

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In Blau Länder mit der Antwort „Ja“, in Rot mit „Nein“ auf die Frage: „Gibt es eine nationale Psoriasis-Leitlinie in Ihrem Land?“

So existieren nach diesen Angaben lediglich in für 19 von 33 Ländern eine nationale Leitlinie zur Behandlung der Psoriasis (siehe Abbildung). In rund einem Drittel der Fälle nimmt die Leitlinie den Therapiebeginn in den Blick. Zwei Drittel der Leitlinien enthalten darüber hinaus auch Empfehlungen zur Dauertherapie. Doch nur in wenigen Ländern gibt es ergänzend eine Patientenversion der Leitlinie. Dabei werden nur in wenigen Leitlinien auch Kostengesichtspunkte dargestellt. Deutschland ist in dieser Hinsicht vorbildlich.

Seltene Subtypen der Erkrankung werden häufig nicht erwähnt, Hinweise zur Plaque-Psoriasis sowie der Psoriasis im Kinder und Jugendalter sind hingegen in der Mehrzahl der Leitlinien vorhanden.

In Ländern mit Psoriasis-Leitlinien werden der Befragung zufolge, Patienten deutlich häufiger von dermatologischen Fachärzten versorgt als in Ländern ohne Leitlinie. Wie die Expertenbefragung weiter ergab, gibt es erhebliche Unterschiede bei der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen.  in der Therapie.In Großbritannien oder Finnland mit staatlichen  Gesundheitssystemen und strikt vorgegebenen Versorgungswegen wird nach Expertenmeinung eine große Mehrheit der Patienten – ganz anders als in süd- und osteuropäischen Ländern – leitliniengetreu behandelt.