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Corona-Infektion kann Arthritis auslösen

MAILAND (blu) – Eine Infektion mit dem Corona-Virus kann offenbar eine Psoriasis-Arthritis triggern. Erste Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen rheumatologischen, autoimmunologischen und autoinflamatorischen Krankheitsverläufen infolge einer SARS-CoV-2-Virusinfektion gibt es schon länger. Italienische Medizinerinnen haben jetzt erstmals Einzelheiten eines solchen Falls im renommierten englischen Fachmagazin Rheumatology dokumentiert.

Lucia Novelli,  Rheumatologin am Mailänder Humanitas-Klinikum und Forschungszentrum, und ihre Kolleginnen berichten von einer 27-jährigen Patientin mit familiärer genetischer Veranlagung zur Psoriasis ohne sichtbare Haut-, Nagelläsionen oder Gelenkprobleme.

Im Februar 2020 entwickelte die Frau eine akute Arthritis im linken Knöchel, gefolgt von einem Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns ohne Fieber oder Husten, so die Autorinnen. Die Symptome verschwanden innerhalb von zwei Wochen. Ein Test auf das SARS-CoV-2-Virus fand zu diesem Zeitpunkt nicht statt.

Im Mai entwickelte die Patientin eine Arthritis des linken Knies und eine Hautläsion am Rücken, die einer Psoriasis ähnelte. Ihre Entzündungsmarker waren leicht erhöht, und im MRT zeigte sich eine milde Sakroiliitis. Weitere Indikatoren für eine Arthritis oder eine andere entzündliche Erkrankung waren nicht festzustellen.

Im Juli wurde die Frau wegen Durchfall, Rückenschmerzen und Arthritis im linken Knie und in den Mittelfußgelenken ins Krankenhaus eingeliefert und auf SARS-CoV-2 getestet. Das Ergebnis des Abstrichs war negativ, es wurden jedoch Antikörper gegen das Virus festgestellt. Die bereits im Mai gesammelte Synovialflüssigkeit enthielt gleichfalls Antikörper.  Es wurde die Diagnose einer durch die SARS-CoV-2-Infektion getriggerte Psoriasis-Arthritis (Spondylarthritis) gestellt.

 

Quelle: Novelli L, Motta F, Ceribelli A, et al. A case of psoriatic arthritis triggered by SARS-CoV-2 infection. Rheumatology (Oxford). doi:10.1093/rheumatology/keaa691