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Geprüfte Gesundheits-Apps für chronisch Hautkranke mit psychosomatischer Belastung

BERLIN (blu)– Jetzt stehen erstmals auch für chronisch Hautkranke mit psychosomatischen Begleiterkrankungen digitale Gesundheits-Apps – kurz: DiGA – zur Verfügung, die das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte gelistet (BfArM), geprüft und als Medizinprodukt für die ärztliche Verordnung zugelassen hat.

Somnio ist eine digitale Anwendung zur Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie). „In der Anwendung werden evidenzbasierte und leitlinienkonforme Inhalte aus dem Bereich der kognitiven Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) vermittelt“, heißt es dazu auf der DiGA-Plattform des BfArM. „Nutzer:innen lernen beispielsweise, ihre Schlafzeiten zu optimieren, einem individuell abgestimmten Schlaf-Wach-Rhythmus zu folgen, mit schlafhindernden Gedanken umzugehen oder sich mittels Entspannungstechniken in einen schlafförderlichen Zustand zu bringen.“

Die Wirksamkeit von somnio wurde, wie das BfArM weiter erläutert, in einer randomisierten kontrollierten Studie untersucht. „Patient:innen, die somnio nutzten, zeigten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe eine deutliche Reduktion der Insomnie-Symptome.“

Die Schlaf-App ist als Web-Anwendung direkt aus dem Browser aufrufbar sowie als App für Smartphones und Tablets mit den Betriebssystemen iOS und Android verfügbar.

Bislang nur vorläufig in die Liste aufgenommen hat das BfArM Zanadio, eine App, die bei Adipositas helfen soll, durch mehr Bewegung, veränderte Ernährungsgewohnheiten und Verhaltensänderungen langfristig das Gewicht zu vermindern. Zanadio liegt das wissenschaftliche Konzept der multimodalen, konservativen Adipositastherapie zugrunde und setzt den etablierten Behandlungsansatz digital um. Beide Apps sind auf für die Betriebssysteme iOS und Android auf Smartphone und Tablets verfügbar.

Vergütung außerhalb des Budgets

Wenn Ärzt:innen oder Psychotherapeut:innen eine Gesundheitsanwendungen verordnen, erhalten sie dafür rückwirkend zum 1. Januar 2021 eine Vergütung. Zwei neue GOP wurden dafür in den EBM aufgenommen.

Für die Erstverordnung kann die GOP 01470 (18 Punkte/2 Euro) unter folgenden Bedingungen abgerechnet werden:

  • Die verordnete Anwendung ist im DiGA-Verzeichnis als „dauerhaft aufgenommen“ gelistet.
  • Die GOP ist einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig. Werden DiGAs mehrfach abgerechnet, müssen die verordneten DiGAs namentlich aufgeführt werden.
  • Die GOP ist auch bei Verordnung im Rahmen einer Videosprechstunde abrechenbar.

Die DiGA Somnio kann darüber hinaus im Rahmen der Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen eingesetzt und dann nach GOP 01471 (64 Punkte/7,12 Euro) einmal im Behandlungsfall – auch bei der Verlaufskontrolle im Rahmen einer Videosprechstunde – abgerechnet werden. Dies gilt für Hausärzt:innen und die Fachgruppen Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kardiologie, Pneumologie, Innere Medizin ohne Schwerpunkt sowie Fachärzt:innen bzw. Psychotherapeut:innen, die nach Kapitel 16, 21, 22 und 23 Leistungen abrechnen dürfen.

Beide Ziffern werden – rückwirkend seit Januar 2021 – außerhalb des Budgets vergütet. Die Neuregelung ist allerdings zunächst noch bis 31. Dezember 2022 befristet.

Verordnet werden dürfen DiGA bei Patient:innen ab 18 Jahren. Die DiGA-Liste wird laufend ergänzt und fortgeschrieben. Sie ist unter >>diga.bfarm.de/de/verzeichnis verfügbar.

Mit weiteren, spezifisch dermatologischen DiGAs ist zu rechnen. Die beiden Spitzenverbände der Dermatologie in Deutschland, die Deutsche Dermatologische Gesellschaft und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), sind in diesem Feld bereits aktiv. Im BVDD gibt es ein Sonderreferat „digital health“. Es steht in engem Kontakt zu IT-Start-ups und der Entwicklerszene. Ideen für neue Gesundheits-Apps werden von Dermatolog:innen auch immer zum Innovationspreis des Berufsverbandes eingereicht.

Weitere Informationen zum Thema online >>auf der Website des BfArm und >>auf der Website der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin