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Online-Wahl und Fortbildung: Dr. Sandra Philipp neue Vorsitzende

BERLIN (blu) – Das Psoriasisnetz Berlin und Brandenburg hat gewählt. Neue Vorsitzende ist Dr. Sandra Philipp, niedergelassene Dermatologin in Oranienburg, Stellvertreter satzungsgemäß ein Kliniker, Dr. Georgios Kolokakis, von der Charité Hautklinik in Berlin. Schatzmeisterin Dr. Margrit Simon, die bislang amtierende Vorsitzende Prof. Dr. Wiebke Ludwig-Peitsch als Schriftführerin und Dr. Maria Manasterski als Beisitzerin vervollständigen das Leitungsteam.

Neu waren auch die Umstände der Mitgliederversammlung samt anschließender Fortbildung. Eigentlich hätten sie als Präsenz- oder Hybrid-Veranstaltung stattfinden sollen, so die ursprüngliche Planung. Die zugespitzte Pandemie-Lage machte einen Strich durch die Agenda und veranlasste den Vorstand, das Treffen kurzfristig in eine reine Online-Konferenz umzuwandeln. Nur die Vorstandsmitglieder kamen am vorgesehenen Veranstaltungsort – im Amano GrandCentral unmittelbar gegenüber dem Berliner Hauptbahnhof – physisch zusammen, um von dort aus gemeinsam die Online-Sitzung zu steuern.

Kontinuität im Wandel: Dr. Margrit Simon, Dr. Georgios Kolokakis, Dr. Sandra Philipp (von links nach rechts) und Prof. Wiebke Ludwig-Peitsch (rechts) gehören auch dem neuen Vorstand an, Dr. Thomas Stavermann scheidet aus. Das Foto entstand nach der Neuwahl 2018. Die Online-Konferenz unter Infektionsschutzbedingungen ließ ein aktuelles Gruppenfoto – dann auch mit mit Neu-Vorstandsmitglied Dr. Maria Manasterski – noch nicht zu. (Foto: Blu)

Kassenbericht, Entlastung des Vorstands und auch die Online-Wahlprozedur klappten reibungslos, wobei die teilnehmenden stimmberechtigten Mitglieder mit ihrer Zustimmung zu einer Wahl en bloc den Ablauf wesentlich vereinfachten. Der Dank des gesamten Vorstands galt Dr. Thomas Stavermann für die langjährige Mitarbeit im Leitungsteam, wie Prof. Ludwig-Peitsch unterstrich. Zugleich zeigte sie sich erfreut darüber, dass Dr. Manasterski für die Mitarbeit im Vorstand gewonnen werden konnte. Dr. Stavermann hatte sich schon im Vorfeld entschieden, wegen seiner vielfältigen anderen Aufgaben nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren.

Dr. Maria Manasterski ist neu im Vorstand des Psoriasisnetzes Berlin und Brandenburg.

In ihrer Bilanz der vergangenen Amtszeit erinnerte Schatzmeisterin Dr. Margrit Simon an die bereits weit fortgeschrittenen Vorbereitungen für die Gründung eines Hautnetzes, die gelungene Neugestaltung der Website und die von Quartal zu Quartal veranstalteten Fortbildungen. Die Hautnetzgründung musste aufgrund der Pandemie vorerst verschoben werden, die Fortbildungsangebote sollen auch in der kommenden Amtszeit im gewohnten Quartalsrhythmus fortgesetzt werden, wenn auch in den kommenden sechs Monaten nur noch online.

Das Psoriasisnetz gedenkt seines verstorbenen Mitbegründers

Die frisch gewählte neue Vorsitzende hatte als erste Amtshandlung die schmerzliche Aufgabe, gemeinsam mit den Teilnehmer*innen am heimischen Computer in einer Schweigeminute des verstorbenen Prof. Wolfram Sterry zu gedenken. „Das Psoriasisnetz hat ihm sehr am Herzen gelegen, er war einer seiner Mitbegründer“, erinnerte sie an eine der zahlreichen Facetten im Leben des ehemaligen Leiters der Charité-Hautklinik und Präsidenten der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). Dr. Philipp würdigte ihren ehemaligen Chef als einen herausragenden Dermatologen und international hoch renommierten Kollegen. Sterry war 71-jährig nach schwerer Krankheit am 22. September in München verstorben. Hier mehr zu seinem >>Leben und Wirken im Nachruf des Präsidenten der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Prof. Tilo Biedermann.

Psoriasistherapie bei Hautkrebserkrankung

Das Zusammenspiel von Immunsuppression und Immunmodulation bei Psoriasispatienten mit gleichzeitiger Hautlkrebserkrankung stand im Fokus der abschließenden Fortbildung. Der frisch gewählte Stellvertretende Vorsitzende präsentierte die Ergebnisse einer Reihe neuer Studien. Menschen mit Psoriasis haben ohnehin ein erhöhtes Hautkrebsrisiko im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, umriss Dr. Kolokakis den epidemiologischen Hintergrund.

Die vorhandenen Studiendaten sind nach seiner Darstellung teils noch sehr begrenzt. Seine Take-home-message zeichnet insgesamt ein differenziertes Bild: Am geringsten scheinen demnach die Risiken für vermehrte maligne kutane Neubildungen unter einer immunmodulierenden Psoriasistherapie bei Methotrexat zu sein, TNF-å-Inhibitoren Hingaben sollten bei mit Hautkrebs vorbelasteten Patienten mit Vorsicht eingesetzt bzw. vermieden werden. Das gilt auch für JAK-Inhibitoren, Cyclosporin A, Tacrolimus und Azathioprin. Apremilast als PDE4-Inhibitor kann bei kutanen Malignomen erwogen werden. Bei IL-17 Antikörpern ist die Datenlage nach Kolokakis’ Worten gleichfalls noch nur eingeschränkt. Bei IL-23 Antikörpern könnte von Vorteil sein, dass eine TH1-Immunantwort nicht blockiert wird und sie daher nach derzeitiger Datenlage mehr Sicherheit bieten als Wirkstoffe, die auch auf p40 einwirken. Keine sicherheitsrelevanten Hinweise gibt es bislang bei IL4/13-Antikörpern, wie sie in der Behandlung der atopischen Dermatitis eingesetzt werden.

Resümee des Abends: Eine generelle Regel für die Fortführung einer immunsuppressiven Therapie bei gleichzeitiger Hautkrebsproblematik ist aktuell noch nicht möglich. Hier ist im Arzt-Patienten-Gespräch eine Abwägung von Nutzen und Risiken im Einzelfall erforderlich, so ein Ergebnis der anschließenden Online-Diskussion.