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Stigmatisierung: „Ich möchte im Boden versinken“

HAMBURG/BERLIN (red) – Wer an sichtbaren Hautveränderungen leidet, muß damit rechnen herabgewürdigt, gemobbt und ausgegrenzt zu werden. Das zeigt eine gemeinsame Umfrage des Deutschen Psoriasis Bundes (DPB) und des Internet-Selbsthilfeportals Psoriasis-Netz.

An der anonymen Fragebogen-Aktion im Internet und über die Verbandszeitschrift des DPB beteiligten sich im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres 630 Frauen und Männer.

Das Spektrum der Stigmatisierung reicht von abfälligen Blicken über abwertende Bemerkungen bis hin zu Kontaktvermeidung, besonders häufig in der Freizeit, beim Sport, in der Sauna, im Schwimmbad und am Arbeitsplatz, oft aber auch in Alltagssituationen. Weniger ausgeprägt sind diese Ausgrenzungsmechanismen im vertrauten sozialen Umfeld.

Die Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein sind ausgeprägt. In der Auswertung zitieren DPB und Deutsches Psoriasisnetz aus den Stellungnahmen Betroffener: „Ich schäme mich.“ Oder: „Es kostet viel Kraft und bereitet viel Leid.“ Oder: „Ich möchte im Boden versinken.“ Und: „Wertlos, unnütz, als sei ich kein Mensch.“

Konsequenz: Viele der Befragten schränken sich selbst in ihren sozialen Kontakten ein, so ein weiteres wichtiges Ergebnis: Rund die Hälfte der Befragten gibt an, wegen der Erkrankung manchmal (38,4 Prozent) oder sogar meistens (11,4 Prozent) den Kontakt zu anderen Menschen zu vermeiden. Jeder sechste beschränkt seine sozialen Kontakte auf Menschen, die kein Problem mit der Psoriasis haben. Hingegen gibt nur etwas mehr als ein Drittel an, sich mit Rücksicht auf die Psoriasis-Erkrankung im Kontakt zu anderen Menschen nicht einzuschränken.

Das Fazit von DPB und Psoriasis-Netz ist ein klares Bekenntnis zur Entstigmatisierung als gesellschaftspolitisches Programm: „Wir setzen uns ein für eine Welt, in der es keine Vorurteile mehr gegenüber Menschen mit Psoriasis und anderen sichtbaren Hauterkrankungen gibt.“