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Psoriasisnetz BB: „Es geht um mehr Lebensqualität“

BERLIN (blu) – Das Psoriasisnetz Berlin Brandenburg bietet Schuppenflechtekranken eine leitliniengerechte medizinische Versorgung ohne Zusatzkosten. Zugleich erweitert die fachübergreifende Zusammenarbeit der Ärzte die Möglichkeiten der Behandlung. Der Berliner Hautarzt Dr. Thomas Stavermann stellt im Interview Ziele und Anspruch des Psoriasisnetzes Berlin-Brandenburg vor.

Es heißt in Fachkreisen: Rund vier von zehn Schuppenflechtekranker befänden sich nicht oder nicht mehr in medizinischer Versorgung. Wie ist das zu erklären?

Dr. Thomas Stavermann: Viele Patienten sind frustriert. Sie leiden an einer chronischen – d.h. lebenslangen – entzündlichen Hauterkrankung, befinden sich seit Jahren in einer Behandlung bei einem Allgemeinmediziner und sehen keine Besserung. Ihr Hausarzt setzt die seit Jahren laufende Behandlung fort . Er kennt nicht die neuen, innerlich wirkenden Medikamente und die aktuelle Leitlinie zur Behandlung der Schuppenflechte.

Wie beurteilen Sie die Versorgungslage für Schuppenflechte Kranke in Berlin/in Brandenburg? Gibt es Patienten mit speziellen Problemen?

Stavermann_Profil
Dr. Thomas Stavermann ist Vorstandsvorsitzender des Psoriasisnetzes Berlin-Brandenburg und steht zugleich an der Spitze des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen im Landesverband Berlin.

Stavermann: Wir haben eine wissenschaftliche Promotionsarbeit in Auftrag gegegen, die diese Frage wissenschaftlich erforschen soll. mAus der bundesweiten Psoriasis-Versorgungsforschung wissen wir: dass schätzungsweise jeder sechste Schuppenflechte dauerhaft mit innerlich wirkenden Kortikosteroiden versorgt wird. Da ist angesichts der drohenden Langzeit- und Nebenwirkungen fatal.

Warum haben sich Hautärztinnen und Hautärzte in Berlin und Brandenburg zu einem Psoriasis Netzwerk zusammengeschlossen, welche Ziele hat das Netz.

Stavermann: Die aktuelle S3-Leitlinie stellt den wissenschaftlich begründeten neuesten Therapiestandard dar. An ihr orientieren wir Hautfachärzte uns. Allerdings hat rund ein Drittel der rund 220 Berliner Hautärztinnen und Hautärzte heute andere Schwerpunkte. Sie kümmern sich kaum noch um die Versorgung der Psoriasis. Betroffene Schuppenflechtekranke haben ein Problem, den passenden Dermatologen zu finden.
Wir haben das Netzwerk gegründet, um Psoriasiskranken eine möglichst optimale Versorgung zukommen zu lassen.
Wir wollen flächendeckend ein System mit gestuften Kompetenzen aufbauen. Die Basis stellen Dermatologen dar, die die Grundversorgung für alle leisten. Hinzu kommen die Hautklinikenund insbesonder die Psoriasis-Ambulanz an der Berliner Charité, um schwere Fälle zu versorgen.
Daran wollen wir die Allgemeinmediziner ebenso beteiligen wie andere Fachdisziplinen, wie Rheumatologen, Augenärzte und Internisten, um die mit einer Psoriasis oft einhergehenden Begleiterkrankungen in den Griff zu bekommen. Dabei geht es nicht zuletzt um eine Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen.

An wen wendet sich das Psoriasis-Netz Angebot?

Stavermann: Das Netz ist zum einen ein Angebot an Schuppenflechtekranke. Auf unserer Website haben wir eine detaillierte Arztsuche für Berlin und Brandenburg eingerichtet, auf der die unterschiedlichen Behandlungsschwerpunkte dargestellt werden. Es wendet sich zugleich an die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, eine Schuppenflechte leitliniengerecht zu versorgen. Schließlich wenden wir uns auch an Selbsthilfeorganisationen und Apotheken, die einen großen Einfluß auf die Begleitbehandlung haben.

Welche Vorteile bietet eine Versorgung bei einem Psoriasis-Netz-Arzt oder einer Psoriasis Netz Ärztin?

Stavermann: Das Ärztehopping sollte der Vergangenheit angehören. Unser Netz will verlässliche Qualität anbieten, an der alle Mediziner, auf diees im Einzelfall ankommt, beteiligt sind.

Muß ich als gesetzlich Krankenversicherter für eine Versorgung im Psoriasisnetz eine Zuzahlung leisten?

Stavermann: Nein, das ist für den Patienten kostenfrei und auch der Zugang zur Arztsuche im Internet bleibt kostenfrei.