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Was ist den Krankenkassen eine bessere Versorgung wert?

BERLIN (blu) – Mehr als ein Drittel aller Psoriatiker bleiben nach vorsichtigen Schätzungen unversorgt. Sie sind abgetaucht. Ihre medizinische Versorgung findet nicht mehr statt. „Wo sind diese Patienten?“ fragt Dr. Thomas Stavermann.

Der neue Vorsitzende des Psoriasisnetzes Berlin-Brandenburg hat sich gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen und den Mitgliedern des Netzwerkes fest vorgenommen, diesen Missstand in und um Berlin zu beenden.  „Die Versorgung entzündlicher Hauterkrankungen ist eine Kernkompetenz der Dermatologie,“ sagt Stavermann. „Jahrzehnte hatten wir den Betroffenen ausser Kortisonsalben nur wenig zu bieten. Das hat sich geändert,“ so der in einer großen Berliner Gemeinschaftspraxis tätige Hautarzt.
Das im Oktober 2008 gegründete Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, flächendeckend in beiden Bundesländern die Versorgung von Schuppenflechtekranken auf der Grundlage wissenschaftlicher Leitlinien zu verbessern. Zusammenarbeit wird dabei groß geschrieben: zwischen den Hautärzten in der Region, aber auch mit den Kollegen aus anderen Fachgebieten und den Hausärzten. „Es geht schließlich auch darum, Begleiterkrankungen besser in den Griff zu bekommen, die mit einer Psoriasis häufig  verbunden sind,“ so Dr. Stavermann. Das reicht von einer beginnenden  Arthritis, Veränderungen des Nagelorgans und Störungen im Stoffwechsel bis hin zu depressiven Verstimmungen infolge der seelischen Belastungen dieser entzündlichen Erkrankung.

Die Netzleitung ist paritätisch gesetzt. Die 2. Vorsitzende, Dr. Sandra Philipp, leitet das Psoriasiszentrum an der Berliner Charité. Beisitzerin PD Dr. Barbara Hermes ist als Oberärztin am Vivantes Klinikum in Friedrichshain tätig. Schatzmeisterin Dr. Margrit Simon ist in Berlin-Schöneberg als Vertragsärztin niedergelassen, ihr Vorstandskollege und Schriftführer Dr. Markus Friedrich unweit von Berlin in Oranienburg. Er ist zugleich der Landesvorsitzende des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen in Brandenburg.

Mehrmals im Jahr organisiert PsoNet für seine Mitglieder wissenschaftliche Veranstaltungen, auf denen ausgewiesene Spezialisten zu besonderen Aspekten der Psoriasis und ihrer Behandlung Stellung nehmen. Eine verstärkte Pressearbeit soll das Netz in der Öffentlichkeit stärker wahrnehmbar machen.

Berufspolitisch will der Vorstand verstärkt das Gespräch mit den Krankenkassen suchen. „Es ist eine offene Frage, wie viel ihnen eine bessere Versorgung ihrer Patienten wert ist,“ erläutert Dr. Stavermann. Eine bessere Versorgung biete nicht nur eine bessere Lebensqualität, sondern helfe auch, Kosten einzusparen:  direkte Behandlungskisten, aber auch indirekte, wie beispielsweise für Arbeitsfehlzeiten und Arbeitsunfähigkeit noch vor Erreichen des gesetzlichen Rentenalters.